| Transition, Cut & Closure
Transitionen/Überleitungen
Die Überleitungen von einer Einstellung in die nächste unterscheidet man im Allgemeinen in sieben Kategorien, wobei im klassischen Film jeder eine andere Bedeutung zuzuschreiben ist.
(Hier gilt aber besonders: Ausnahmen bestätigen die Regel!)
- Schnitt
- Überblendung
- Trickblende
- Abblende
- Aufblende
- Aufblende aus dem Weißen
- Abblende ins Weiße (oder anderen Farben)
- Morping + Freeze Frame
Der Schnitt, die wohl am häufigsten verwendete Transition, wurde klassisch als ein Übergang der Einstellungen in der Gegenwart verwendet,der Betrachter des Films erhält den Eindruck, daß zwischen den Einstellungen keine Zeit verstreicht. Um der Kontinuität der Abläufe willen, sollte der Schnitt für den Betrachter praktisch unsichtbar sein, also kaum wahrgenommen werden.
Während dies vor allem für die Filme der dreißiger und vierziger Jahre galt, wird der Schnitt heutzutage für die unterschiedlichsten Arten von Übergängen eingesetzt. Zum Beispiel wird er, ganz im Gegensatz zu seiner ursprünglichen Verwendung, zum Zusammenfassen von größeren Zeiträumen (Stunden, Tagen, Monaten) in kurzen Szenen eingesetzt. Verschiedene bezeichnende Handlungen der Szene werden aneinander geschnitten, wobei sich die Bilder oft in Kontrast, Farbe und Bildausschnitt unterscheiden, um das Durchbrechen des eigentlichen Zeitablaufs zu verdeutlichen.
Die Überblendung,wurde früher oft als behelfsmässiges Mittel für schlecht strukturierte Filme angesehen. Da sie im Allgemeinen dazu dient, unterschiedliche Orte und Zeiten zu Verbinden, wurde sie oft an Stellen eingesetzt, an denen die logische Verbindung zwischen diesen sonst fehlte.
Die Überblendung, welche vom Betrachter bewußt als ein Zeichen einer Veränderung wahrgenommen werden soll, dauert im Regelfall etwa eine halbe Sekunde, lässt sich aber, der Dramaturgie der jeweiligen Szene gemäß, auch auf längere Zeiträume dehnen.
Der weiche Schnitt, eine Mischform aus Schnitt und Überblendung, oder eine sehr kurze Überblendung, wird dort eingesetzt, wo eine Glättung der Übergänge von Nöten ist, eine Überblendung das Tempo des Filmes bremsen würde oder ein Schnitt einen zu starken Bildsprung verursachen würde. Weiche Schnitte bleiben in der Regel unsichtbar und werden nur in ihrer Wirkung wahrgenommen.
Die Unschärfeblende lässt das Ende einer Einstellung bis zur Unkenntlichkeit an Schärfe verlieren, um dann nach einer Überblendung in die nächste, unscharf beginnende, Einstellung wieder zur gewohnten Bildschärfe zurückzukehren. Im Optimalfall ist die Überblendung bei dieser Überleitung nicht zu erkennen, da die Einstellungen so verschwommen sind, daß die Bilder nahtlos ineinander übergehen.
Oft wird diese Transition als Subjektive verwendet, wenn z.B. der Akteur das Bewußtsein verliert, und an einem anderen Ort/zu einer anderen Zeit wieder aufwacht.
Der Match-cut verbindet zwei Einstellungen miteinander, denen ein grafisches Element gemeinsam ist (die sog. Match-shots). Hierbei muß es sich nicht um einen Gegenstand handeln, es kann z.B.auch die Anordnung von hell/dunkel Kontrasten oder Farbflächen der Bildkomposition sein. Ungenauigkeiten in der Übereinstimmung dieser grafischen Elemente werden oft durch eine kurze Überblendung anstelle eines Schnittes kompensiert.
Die Trickblende wird heutzutage, ausser im Cartoon, oft nur noch als Verweis auf/Hommage an den Hollywood- und Serienstil der dreißiger und vierziger Jahre verwendet. So verwendete z.B. George Lucas in Star Wars schräg verlaufende Wischblenden als Hommage die B-Studio Serien von denen der Film inspiriert war.
Wisch- und Trickblenden treten in den verschiedensten Varianten auf, sie können sich in jeder Richtung bewegen und jede Gestalt dazu benutzen um eine Einstellung aus einer anderen hervorgehen zu lassen. Zum Beispiel kann ein Bild wie eine Art Vorhang über das andere Fallen, oder ich in Form eines Schlüssellochs von der Bildmitte her ausdehnen oder zusammenziehen bis die alte Einstellung nicht mehr zu sehen ist. Teilweise werden Rahmen dazu verwendet die Einstellungen von einander abzutrennen, oder die Form der Blende zu verdeutlichen. Der Schiebetrick wird der Eindruck hervorgerufen, daß die eine Einstellung die andere aus dem Bild schiebt. Oft wird auch ein Element des Bildes als Anlass für eine Trickblende genommen, das neue Bild wird an einem Element des Bildes fixiert z.B. wenn ein Bus durch das Bild fährt und die nächste Einstellung praktisch mitzieht.
In den letzten Jahren gewinnt die Trickblende aber wieder an popularität (vor allem in Werbung und Musikvideos), da sich mit ihr in Verbindung mit den besseren Möglichkeiten der Postproduktion "richtig tolle Effekte" erzielen lassen.
Die Bewegungsblende wird meist dazu benutzt, an einem Schauplatz zwischen zwei Einstellungsgrößen zu wechseln, und den Schnitt in einer Bewegung zu verbergen. Im Gegensatz zu einem normalen Schnitt in der Bewegung wird hier ein Bildelement, welches sich zwischen Kamera und Akteur schiebt und den Akteur an einem Punkt ganz verbirgt, zum Anlass genommen, den Schnitt zu setzten. Die Einstellung wird in den verschiedenen Einstellungsgrößen aufgenommen und an dem Punkt, an dem der Akteur durch das Objekt verdeckt wird, wird zwischen den Einstellungen umgeschnitten. Auch hier kann wieder zum Glätten des Übergangs eine Überblendung benutzt werden.
Das Auf- und Abblenden aus dem Schwarzen oder ins Schwarze, dient, im Gegensatz zu den bisherigen Übergängen, die Szenen verbinden sollten, dazu Szenen voneinander zu trennen. Die Einstellung ins Schwarze gehen zu lassen und die folgende Einstellung aus dem Schwarzen beginnen zu lassen, trennt diese voneinander ab wie Kapitel in einem Buch.
Oft werden diese Blenden mit Bild oder Storyelementen verbunden.Ein Beispiel hierfür wäre ein Raum, in dem das Licht ausgeschaltet wird. Während der Dunkelheit wird auf die nächste Einstellung umgeschnitten, die mit einem Zug beginnt, der aus einem Tunnel kommt.
Auf- und Abblenden können aus/in jeder Farbe erfolgen, am häufigsten sieht man sie jedoch mit weiß. Oft wird eine Lichtquelle oder der Himmel zum Anlass genommen, das Bild langsam ins weiße übergehen zu lassen. Diese Blenden sind teilweise auch mit etwas ätherischem behaftet.
Das Morphing als Übergang zwischen zwei Einstellungen hat seine Wurzeln eigentlich im frühen Zeichentrick, doch wird es im Realfilm und vor allem natürlich in Videoclip und Werbung erst jetzt durch die Möglichkeiten der Computeranimation populär. Die Bilder können soweit in sich aufgelöst werden, daß sie einen fliessenden Übergang zueinander finden. Entgegen dem Kontinuitätsprinzip wird hierbei aber noch oft die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den Effekt an sich gelenkt, anstatt den Effekt dazu zu nutzen einen dem Filfluss gemäßen Übergang zu erschaffen.
Der Freeze Frame, der, wie der Name schon sagt, das Bild für einen gewissen Zeitraum einfriert, wird selten als wirklicher Übergang zwischen zwei Einstellungen, häufiger aber als Endbild eines Filmes benutzt. Oft wird der Freeze Frame, auf ein weisses Aufblitzen folgend und aus der Perspektive einer fiktiven Fotokamera heraus, dazu benutzt dem Betrachter zu zeigen, daß hier gerade Fotos gemacht werden.
Hier ein kleines Glossar zur Film- und Fernsehsprache:
http://www.goethe.de/z/dws/desgloss.htm
Die Ursprünge der Montage
Am Beginn der Stummfilmzeit, sah man sich mit dem Problem konfrontiert, daß die Kamera auf einen einzelnen Standpunkt beschränkt war. Um eine solche starre Einstellung effektiv zu nutzen, musste die Bewegung innerhalb des Bildes gut organisiert werden. Viele Szenen wurden, hauptsächlich nicht aus Spannungs- sondern aus Platzgründen, aus im Hintergrund beginnenden Handlungen, die sich in den Vordergrund verlagerten aufgebaut. Für den Bildaufbau wurden verschiedene Kompositionstechniken der Malerei und der Fotografie genutzt.
Trotz dieses strukturierten Bildaufbaus, wurde die Unbeweglichkeit der Kamera schnell zum Problem, wollte man komplexere Handlungen darstellen, da man keine unterschiedlichen Blickwinkel auf die Szene hatte.
Aus diesem Problem wurde die Montage geboren. Das Zerschneiden und Zusammenkleben (Montieren) der Filmstreifen, erlaubte es verschiedene Zeitabschnitte eines Streifens oder Streifen verschiedener Kameras zu einem Film zusammenzufügen.
Der Filmemacher George Méliès (Le Voyage a la Lune, 1902) entdeckte zwei neue, damals revolutionäre, Techniken. Die eine, die man zu den Anfängen der Tricktechnik zählen kann, bestand darin, die Szene, bei angehaltener Kamera, zu verändern (z.B. Entfernen von Gegenständen). Lies er die Kamera danach weiterlaufen, erschienen/verschwanden Elemente der Szene wie durch Zauberei. Die andere Technik, die Grundlage zu den meisten heute gängigen Schnittechniken, war das aneinanderschneiden räumlich und inhaltlich verbundener Einstellungen.
Bald bildeten sich verschiedene Stile der Montage heraus.
Bis in die 20er Jahre hinein entwickelte sich, vor allem im amerikanischen Film, das was man unter Analytischer Montage versteht. Eine Szene wird in verschiedene Einstellungen gegliedert.
Am Beginn stand oft ein establishing shot, der die weitere Umgebung der Handlung zeigt (z.B. das Gebäude, Zimmer...) oder eine Totale der Szenerie. Um Handlungen zu betonen oder zu verdeutlichen (oder um dem Betrachter den Blick auf bestimmte Elemente der Szene zu verwähren) wurden verschiedene Eistellungsgrößen und verschiedene Einstellungen aneinander geschnitten.
Bsp.: Totale einer Frau in einem Zimmer. Die Frau geht zur Tür; Tür und Knauf werden in Nahaufnahme gezeigt. Sie macht etwas mit dem Schloss; Detailaufnahme Schloss. Schnitt auf Gesicht der Frau; wie empindet sie dabei? Totale; die Tür geht auf.
(siehe Edwin S. Porter, D. W. Griffith)
Die sowjetischen Filmemacher der gleichen Zeit entwickelten das der analytischen Montage gegenüberstehende Verfahren der Konstruktiven Montage.
Die Gesamtheit einer Szene wird nicht gezeigt, sonder muß vom Zuschauer Anhand von Ausschnitten zusammengefügt Werden. Dieses Erschliessen der Gesamtheit der Szene aus Details, lässt beim Zuschauer mehr Raum für Interpretationen, bezieht ihn aber auch in den Film mit ein, da in seiner Vorstellung erst die Szene komplettiert wird.
Als Beispiel ein Ausschnitt aus einem Film von Lew Kuleshow von 1918.
In einer Halbtotale sieht man zwei Männer auf einer Straße, vor ihnen liegt ein Handschuh. Nahaufnahme wie ein Mann den Handschuh aufhebt. Nahaufnahme Kopf des Mannes, wie er nach oben sieht. Nahaufnahme Frau am Fenster sieht runter auf die Straße. Es gibt keine Eistellung, die die Frau, das Fenster und die Männer gleichzeitig zeigt, man sieht auch nie wohin die Frau sieht,man nimmt nur an, daß es der Mann mit dem Handschuh ist.
(siehe Lew Kuleshow, Pudowkin)
Die sogenannte Intellektuelle Montage wurde von Sergej M. Eisenstein mit dem Film Oktjabr (Oktober) von 1928 eingeführt.
Eisenstein war der Ansicht, man könne auch beliebige Bilder aneinander schneiden, keine sich ergänzenden Bilder aus angrenzenden Räumen, Bilder zwischen denen der Zuschauer selbst die Verbindung herstellen muß. Eine Szene des Filmes zeigt russische Truppen, die um "für Gott und Vaterland" zu kämpfen, auf die Stadt Petrograd zumarschieren.Hier unterbricht Eisenstein die Handlung um Standbilder von Figuren aus verschiedenen Kulturkreisen schnell hintereinander geschnitten einzublenden, die alle das Thema "Gott" haben.
Eisenstein stellt mit dieser assoziativen Sequenz eine hohe Anforderung an das damalige Publikum, in dem er die Kontinuität des Filmes unterbricht und es dazu zwingt, diese Bilder auf die Handlung des Filmes zu beziehen.
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Letztes Update: Donnerstag, 9. Mai 2002 um 19:11:53 Uhr
Erstellt am: 18.04.2002; 15:13:47.
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