»MultiMania«  Seminar am FB Design der FH Aachen im WS 2002/2003
 
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Seminarthema

"MultiMania"

Mediendesign(er) zwischen Märkten, Massen und Manien.
Interface- & Interaktionsdesign im Blickwinkel der "Nachhaltigkeit".

Beschreibung:

"Technology is to the new Millenium what autos were in the [post-1929] Depression. In 1928, America had nearly 2000 auto makers by most historical accounts. (...) anybody with a garage and some parts was an auto maker in the 1920s. Of course, we ended up with the Big 3. Technology will undergo a similarly (…) contraction. If you need a plumber or electrician, you have to wait one or two weeks but if you needed a website built you could probably have 100,000 people on your doorstep in an hour. This is what malinvestment does – it creates a workforce with skills untied to reality and turns them into welfare fodder when the party ends and the hangover begins".
(John W. Perry, 2002, aus einem Internetforum)

Die aktuelle wirtschaftlich und gesellschaftlich angespannte Gesamtlage ist durch eine Verkettung massenpsychologischer Phänome oder derer Nachwirkungen geprägt, die manische Züge tragen. Das rasante Zerplatzen der "New Economy"-Blase hat viele Mediendesigner bereits deutlich getroffen, indem sie Opfer von Insolvenzen, Auftragseinbrüchen oder einer Spirale gehobener Kundenansprüche bei sinkenden Preisen geworden sind. Ein Überblick über ähnliche sozioökonomische Phänomene und Krisen der Vergangenheit, die Rolle der Börse und die Psychologie der Massen soll den angehenden (Medien-) Designer seine Profession unter den von Massenstimmungen abhängigen Marktentwicklungen besser einordnen lassen können.

Parallel werden essentielle und universale Gesichtspunkte des Interface- und Interaktionsdesigns jenseits der gemutmaßten Wahrnehmungsverzerrung behandelt. Ziel einer nachhaltigen Ausbildung dieser zukunftsträchtigen Profession sollte mehr denn je die Befähigung zur flexiblen Erkennung und kreativen Lösung medien- bzw. interaktionsrelevanter Probleme, nicht das bloße Abspulen vergänglicher Operatorskills sein. Ist ein Interface "brauchbar"? Ist es "relevant"? Antizipiert es Gedankengänge seines/r Benutzer(s)? Welche Bedürfnisse befriedigt es? Welche Qualitätskriterien müssen gelten? Welche "Skills" im Informations,- Interface- und Interaktionsdesign bleiben auf Dauer relevant und wichtig?

Im weiteren Verlauf des Seminars werden anhand einer thematischen Vorgabe kreative Modelle entwickelt und durchgestaltet, die eine klare Relevanz und Kompetenz des (Medien-)Designers im Kontext dieser Problematik aufzeigen sollen. Dabei kann eine breite Palette analoger/digitaler/interaktiver Ausdrucksmittel eingesetzt werden.

Voraussetzungen:

Das Seminar richtet sich an Studierende des Grund-, aber auch Hauptstudiums Mediendesign mit Interesse an interaktiven Medien. Von ausreichenden bis guten Englischkenntnissen und autonomer Nutzung des Internets gehe ich aus. Geplant ist eine öffentliche Präsentation der Seminarergebnisse zum Seminarende.

Termin & Ort:

Donnerstags 10:30 h - 13:00 h, Beginn: 10.10.2002 , Raum 322

Seminarleitung:

  • Prof. Klaus Gasteier

[Diskussion]

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