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| »visperanto« Seminar am FB Design der FH Aachen im WS 2004/2005 |
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Moderation und Zeichensysteme
ModerationModeration wird hier definiert als Trainings- und Lernarbeit mit Arbeitsgruppen unter Leitung eines Moderators.Zu solchen moderierten Workshops kommen unterschiedlichste, visuell oft ungeschulte Menschen etwa aus einem Unternehmen als Teilnehmer zusammen, die (oft) ein gemeinsames Problem haben (und sei es die verpflichtende Teilnahme an einem solchen Workshop …). Der Moderator soll in einer solchen Gruppenkonstellation verkrustete Strukturen aufbrechen, Hemmungen abbauen, Probleme zur Sprache bringen, Teamgeist fördern usw. damit ein gewünschter Lerneffekt eintritt. Dafür werden Gruppenaufgaben gestellt, Rollenspiele gespielt, Ideen gesammelt und skizziert – wichtig ist eine aktive, emotionale Einbindung aller Beteiligten. Es soll ja alles ganz anders sein, als im Arbeitsalltag (wobei gerade manche solcher „Teambuilding“-Workshops fast kuriose Ausformungen angenommen haben.) Das kann mitunter „nach hinten losgehen“, aber auch stellenweise lange vermissten Spass machen. Deswegen gilt es hier, alles was Distanz schafft zu vermeiden und den ungezwungenen Einsatz der Beteiligten ohne Versagensängste zu motivieren. Moderatoren müssen eine enorme soziale und kommunikative Kompetenz an den Tag legen und sehr flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren können, verfahren dabei interessanterweise nach oft einheitlichen Regeln und Ablaufschemen. Der Alltag eines Moderators ist geprägt von großen bunten Stiften, Zetteln, Nadeln und Flipcharts. Dabei werden meist streng genormte Präsentations- und Zeichenelemente benutzt, Systemlösungen wie „Metaplan“, einheitliche „Moderatorenkoffer“, „Mindmapping“-Techniken nach Buzan usw. eingesetzt. Visuell mag dies für "Designeraugen" oft etwas gewöhnungsbedürftig aussehen – auf mich persönlich wirken der visuell vorherrschende Stil und die gewohnheitsmäßige Normierung in Form und Abfolge sogar eher störend, die verwendeten Farbigkeiten sind mir auch etwas zu starr. Mein Eindruck. Wer so etwas noch nie mitgemacht hat, wird sich vermutlich schwer tun, es sich vorstellen zu können. Deswegen habe ich einmal ein paar Bilder bzw. Infos. gesammelt:
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![]() Visual FacilitatingDie erwähnten „Visual Facilitators“ wollen, soweit ich das beurteilen kann, anscheinend den Bereich der „klassischen“ Moderation um die eigene kreative visuelle Betätigung erweitern und mit weiteren (normierten?) Zeichenelementen und der Möglichkeit eigener Kreationen anreichern, um weitergehende Lernergebnisse zu erzielen.Wie schon zitiert: "Lernen Sie eine Methode, die das Denken beflügelt, Kreativität hervorbringt, mehr Produktivität erzeugt und rundum eine lebendigere Kommunikation in Ihre Arbeit bringt! Lernen Sie visualisieren!" Auf der Website sieht das, sollten es wirklich Teilnehmerergebnisse sein, stellenweise überraschend professionell aus: ![]() ![]() " · Wie funktionieren Bilder und Zeichen?
· Wie finde ich zu einem Thema eine Bild-Übersetzung? · Wie erstelle ich selbst einfache Bilder, Icons und Symbole? · Wie verwende ich Bilder, Zeichen, etc. in der Arbeit mit Gruppen - vom kleinen Workshop bis zur Großgruppenkonferenz?" Wie wir mittlerweile wissen, ist diese Thematik selbst für Studenten der Visuellen Kommunikation nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und selbst hier sind die wenigsten Designer versierte Cartoonisten (oder?). Ob dies in solchen Workshops also alles so verläuft wie gewünscht und immer zu solchen präsentablen Ergebnissen führt, müsste man sich wirklich einmal anschauen.(vielleicht ergibt sich ja mal eine Gelegenheit an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen?) Ich könnte mir auch vorstellen, dass einige der Teilnehmer sich einerseits von ihrem eigenen „gestalterischen“ Unvermögen oder aber auch von neu entdecktem zeichnerischen Talent von der zugrunde liegenden Problemstellung ablenken lassen (?). Ohne das Vorhaben der "Visual Facilitors" jetzt schlecht machen zu wollen, bin ich seit geraumer Zeit immer etwas vorsichtig bei "jeder kann ein Künstler sein"-Ansätzen ... Man sehe mir das nach ;) Die IdeeDeswegen die beschriebene, zu diesem Seminar passende Idee: Eine modulares normiertes, einfach zu verstehendes verknüpfbares Baukastensystem a la „Elephant’s Memory“ in einem solchen Umfeld zu Moderationszwecken eingesetzt wäre ein sehr interessantes Experiment. Die Menschen wären angehalten, kreativ gemeinsam Zusammenhänge oder gar Probleme zu analysieren, spielerisch Wege der visuellen Darstellung zu suchen und durch ihre visuelle Verknüpfung kognitiv erfahrbar und auch dokumentierbar machen, ohne notwendigerweise auf eine besondere gestalterische Kompetenz zurückgreifen zu müssen. Allein die Anforderung, mit diesen Zeichen zu kommunizieren, fordert unseren Kopf immens ("GuessPeranto"?) und auf eine sehr ungewohnte (lehrreiche?) Weise – und macht im Idealfall eine Menge Spass.![]() Durch einen konsequenten regelmäßigen Einsatz dieser „Sprache“ über Workshopgrenzen hinaus könnten vergleichbare und immer einfacher „dekodierbare“ Pattern diverser Problemstellungen entstehen. Diese neue visuelle Darstellung von Problemen könnte bereits der Anfang ihrer erfolgreichen Lösung sein usw.. Vielleicht gibt es eine Eigendynamik und die verwendeten Symbole gelangen mehr und mehr in den Arbeitsalltag der Teilnehmer, verselbständigen sich gar und werden engagiert zweckentfremdet? Da ist viel Wunschdenken drin, aber das ist die Triebfeder vieler Ideen - insgesamt sehe ich da einiges Potential (Vor Jahren hatten Timothee, Kris und ich uns im Rahmen eines Projektes schon einmal über ähnliche Ansätze unterhalten). --- Generell wäre das beschriebene Umfeld auch der klassischen Moderation ein interessantes Betätigungsfeld für visuelle Designer, hier einmal Dinge zu überarbeiten oder neue Lösungen zu finden. Oder findet jemand hier den "Moderatorenkoffer" und seinen Inhalt perfekt? Stoff also für z.B. eine Diplomarbeit – oder ein neues Seminar? ;) There are responses to this message:
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